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Nokia schließt Werk in Bochum

15.01.2008 | 10:38 Uhr |

Der Mobiltelefonhersteller Nokia schließt sein Werk in Bochum. Die Produktion wird nach Osteuropa verlagert. Die geplante Schließung des Standorts Bochum wird voraussichtlich etwa 2300 Nokia-Beschäftigte betreffen. Außerdem dürften mehrere Tausend Stellen bei Zulieferern gefährdet sein.

Nokia baut bisher seine für den deutschen Markt bestimmten Mobiltelefone im Werk Bochum. Damit ist aber bald Schluss, das finnische Unternehmen will die Produktion mobiler Endgeräte in Deutschland einstellen und den Standort Bochum bis Mitte 2008 schließen, wie Nokia heute mitteilte. Die Produktion soll in andere, laut Nokia wettbewerbsfähigere Nokia Werke in Europa verlagert werden. Dabei denkt das Unternehmen an Werke in Osteuropa.

In Folge der geplanten Produktionsverlagerung von Bochum an andere europäische Standorte, wird Nokia auch Bereiche, die nicht zur Produktion gehören, in Bochum einstellen. Gleichzeitig mit der geplanten Schließung des Standorts Bochum gab Nokia bekannt, dass das Unternehmen den Verkauf des Bereichs Line Fit Automotive Business (ab Werk integrierte Lösungen für die Fahrzeugindustrie) plant und in Verhandlungen mit Sasken Technologies zum Verkauf der Bochumer Forschungs- und Entwicklungsabteilung Adaptation Software ist.

Die geplante Schließung des Standorts Bochum wird voraussichtlich etwa 2300 Nokia Beschäftigte betreffen.

Die Entscheidung von Nokia, die Produktion in Bochum stillzulegen, sei auf die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zurückzuführen. Eine Erneuerung des Standorts würde zusätzliche Investitionen erfordern, doch selbst diese würden nicht dazu führen, die Produktion in Bochum weltweit wettbewerbsfähig zu machen.

„Die geplante Schließung des Werkes Bochum ist notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit von Nokia langfristig zu sichern“, sagte Veli Sundbäck, Executive Vice President von Nokia und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Nokia GmbH. „Aufgrund der Marktentwicklung und der steigenden Anforderungen hinsichtlich der Kostenstruktur ist die Produktion mobiler Endgeräte in Deutschland für Nokia nicht länger darstellbar. Es kann hier nicht so produziert werden, dass die globalen Anforderungen hinsichtlich Effizienz und flexiblem Kapazitätswachstum erfüllt werden. Daher mussten wir diese harte Entscheidung treffen.“

Nokia will schnellstmöglich Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, um eine für alle betroffenen Parteien zufrieden stellende Lösung zu erzielen.

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