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20 Jahre Computer-Viren

23.01.2006 | 16:57 Uhr |

Im Januar 1986 tauchte der erste Virus für IBM-kompatible Computer auf.

Nicht gerade ein Grund zum Feiern ist der zwanzigste Geburtstag des Virus "Brain.A", des ältesten bekannten Virus für IBM-kompatible PCs. Er wurde im Januar 1986 entdeckt und gilt als Urvater der PC-Viren.

Vorläufer auf anderen Computersystemen gehen noch weiter zurück. So kreierte John Walker, der spätere Gründer der CAD-Firma Autodesk, bereits in den 1970er Jahren ein Programm, das sich selbsttätig von Computer zu Computer verbreiten konnte, also den wohl ersten Wurm. Das Programm "PERVADE" verteilte ein Spiel namens "ANIMAL", richtete jedoch keinen Schaden an.

Der erste bekannte Virus für Desktop Computer war "Elk Cloner" für den Apple II, der Disketten infizierte und bei jedem fünften Aufruf ein Gedicht anzeigte. Er wurde bereits 1982 von Richard Skrenta geschrieben.

Vier Jahre später schrieben drei Brüder aus Pakistan den ersten x86-Virus, Brain.A . Dieser richtete keinen Schaden an sondern machte Werbung für die pakistanische Computer-Firma " Brain Computer Services ", heute ein Konzern mit mehreren Geschäftsfeldern.

Brain.A war im Grunde auch zugleich der erste Schädling, der so etwas wie Rootkit-Techniken verwendete. Er infizierte den Boot-Sektor und hängte sich in den BIOS-Interrupt INT 13 ein. Wenn ein Programm den Boot-Sektor auslesen wollte, zeigte er diesem den originalen Boot-Sektor. Viren, die sich solcher Tarntechniken bedienten, wurden damals als "Stealth-Viren" (Tarnkappenviren) bezeichnet.

Ein erkennbarer Effekt des Brain-Virus war die Änderung der Datenträgerbezeichnung (Volume Label) in "(c) Brain". Dieser Virus und seine Varianten gelten heute als ausgerottet. Es werden jedoch auch heute noch Viren im klassischen Sinne programmiert, die Dateien infizieren - zum Beispiel W32/Stanit .

Bildquelle: F-Secure ( http://www.f-secure.com/weblog/ )

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