Neues Gesetz

2 Jahre Gefängnis wegen 1 illegalen Download

Dienstag den 02.10.2012 um 14:12 Uhr

von Benjamin Schischka

Ins Gefängnis wegen illegalem Download.
Vergrößern Ins Gefängnis wegen illegalem Download.
© iStockphoto.com/Ivan Fisun
Ein neues Gesetz führt harte Strafen gegen Japaner ein, die illegal Musik herunterladen. Die Musikindustrie verteidigt das Gesetz.
Ein einziger illegaler Download kann in Japan dank eines neuen Gesetzes ab sofort teuer zu stehen kommen: Bis zu zwei Jahre Gefängnis und zwei Millionen Yen, also etwa 20.000 Euro. Die hohen Strafen wurden von einer Lobby-Kampagne der Musik-Industrie gefordert, schreibt bbc.com . Kritikern hätte es genügt, wenn man weiterhin den Fokus auf eine Bekämpfung der Uploads statt der Downloads gesetzt hätte. In Japan gibt es für das Hochladen geschützter Musik und Filme eine maximale Gefängnisstrafe von zehn Jahren und eine Strafe von bis zu 10 Millionen Yen, also fast 100.000 Euro. Japan gilt als der zweitgrößte Musik-Markt nach den USA.
 
Die Musikindustrie tritt vehement für die Strafen ein, schließlich kämen auf einen legalen Download mittlerweile zehn illegale. Die Zahl bezieht sich auf eine Studie aus dem Jahr 2010, nach der in Japan angeblich 4,36 Milliarden Downloads illegal erfolgten, während nur 440 Millionen legal erfolgt sein sollen. Naoki Kitagawa, CEO von Sony Music Entertainment Japan, wird von der BBC zitiert: „Die Revision [des Gesetzes] wird die Zunahme der Copyright-Verstöße reduzieren.“
 
Kurz nach der Gesetzesänderung wurden die Webseiten des Finanzministeriums, des Obersten Gerichts, diverser Parteien  und der Japanese Society for Rights of Athors, Composers and Publishers gehackt und teilweise kurzzeitig offline genommen. Mit einer Guy Fawkes-Maske auf dem Gesicht demonstrierten im folgenden Monat aufgebrachte Internet-User in Tokyo. Etwa 80 Aktivisten verliehen ihrer Meinung Ausdruck, indem sie Müll vom Boden aufsammelten.

Welche Strafen halten Sie angemessen für das illegale Herunterladen eines MP3s?

Dienstag den 02.10.2012 um 14:12 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (22)
  • magiceye04 13:05 | 14.10.2012

    Es wird immer CDs geben. Gerade die Künstler, die sich nicht an die Mafiaa verkauft haben, werden weiterhin ihre Musik selbst produzieren und selbst pressen lassen. Selbst Schallplatten werden nach wie vor neu produziert und verkauft. Der Markt ist sicherlich kein, aber vorhanden.
    Bei kurzlebiger Chart-Musik kann es durchaus sein, dass Downloads die einzige Variante bleiben wird, aber der Kram ist so schnell wieder vergessen, da ist es sogar positiv, wenn er nicht im CD-Regal herumoxidiert.

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  • gibmirsonne 12:27 | 14.10.2012

    Sag niemals nie

    Zitat: chipchap
    Du vielleicht ... .
    Nie im Leben.
    Die ersten sind sogar die besten.
    Wie sang doch Nazareth so treffend: Dream on!


    Jüngere wissen das vielleicht nicht mehr, aber die erste Generation CD's wurde seinerzeit z.B. von der BBC ausgemustert, weil der für den Labelaufdruck verwendete Lack die CD's schon nach kurzer Zeit unbrauchbar gemacht hat. Einfach gesagt hat sich die Farbe durch das Material "gefressen" und die Schicht mit der Musikinformation zerstört. Außerdem hat nicht jeder an das damalige Versprechen der Industrie geglaubt, dass Kratzer einer CD praktisch nichts ausmachen würden. Mal abgesehen davon, dass es häufig Einschlüsse von Staub gab oder sonstige Produktionsfehler, mit der selbst die beste Fehlerkorrektur im CD-Player nicht mehr klar kommen konnte. Fazit: ich schließe mich der Meinung von Nichtwiederich an. Viel Schrott was das Material betrifft. Heute ist das Material besser, dafür die Musik Schrott.

    Aber da die Musikindustrie mittelfristig die CD-Produktion einstellen wird, jedenfalls denken sie darüber nach, löst sich das Problem bald von selbst. Ist logisch, denn ohne Lohn- und Materialkosten für Produktion von CD's wird das ganze noch lukrativer. Meiner Meinung nach, bereitet man sich durch diese Gesetze in der M-industrie auf die Zeiten vor, in denen es keine CD's mehr geben wird.
    Was bleibt ist die Tatsache, dass mir bis heute oft nur minderwertige MP3-Qualität mit lächerlichen 128 kbps für einen viel zu hohen Preis zum Kauf angeboten wird. Aber inzwischen, allerdings dafür, dass keine Materialkosten anfallen eigentlich zu teuer, auch losless Formate. Da bin ich gespannt, wie sich das entwickelt.

    Wenn sich also angesichts der Preise und Qualität, in der Vergangeheit einige verarscht vorkamen und sich Musik in vernünftiger Qualität woanders holten, ist das kein Wunder. Ob man das nun gut heißen mag oder nicht. Ich finds auch nicht in Ordnung. Es ist aber ein Signal an die Industrie. Anstatt hoher Strafen, Qualität rauf, Preise runter, dann wird auch gekauft statt geklaut.

    Wie dem auch sei, solange MP3-Qualität miserabel ist, kaufe ich persönlich lieber CD's und sehr gerne auch auch Schallplatten, die es dankenswerterweise immer mehr gibt. Wie das sein wird, keine LP-Hüllen in der Hand zu halten oder CD-Booklets...?

    Fazit: Sag niemals nie, die ersten sind nicht immer die Besten und Träume braucht der Mensch, vor allem die, die sich nicht erfüllen. Denn ohne ist man ein leerer Mensch.

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  • eli148 18:30 | 10.10.2012

    Zitat: chipchap
    Nachtrag: Rettet dem Genitiv!


    Hab nur den Titel kopiert, damit man im Forum sofort sieht, dass das Kommentare zu dem Artikel sind. :o

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  • brzl 16:13 | 08.10.2012

    Unverschämtheit!!!

    Zitat: chipchap
    Das begreift ein Musiklobby-Spatzenhirn aber nicht ... .



    Dein frecher Vergleich eines Spatzen mit einem Musiklobbyisten grenzt an vorsätzliche Tierquälerei. :motz:

    Passer Domesticus (Haus-Spatz) zeigt in vielen Situationen intelligentes Verhalten, was man von einem Mitglied der Musiklobby wahrlich nicht immer behaupten kann.

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  • chipchap 10:46 | 07.10.2012

    Nachtrag:

    [FONT=Times New Roman][COLOR=DeepSkyBlue][COLOR=RoyalBlue]2 Jahre Gefängnis wegen 1 illegalen Download[/COLOR] [/COLOR][/FONT]
    Rettet dem Genitiv!

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