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13 GB statt 16 GB: iPhone-6-Käufer verklagen Apple

05.01.2015 | 10:36 Uhr |

Ein Paar wirft Apple in einer Klage vor, unrichtige Angaben über die Speicherkapazität seiner iPhones zu machen.

iOS und vorinstallierte Apps belegen ein Fünftel des Speicherplatzes auf einem iPhone 6 16 GB. Zwei in Florida lebende Männer fühlen sich von Apple getäuscht und haben deshalb am 29. Dezember gegen das Unternehmen eine Klage eingereicht. Vor einem kalifornischen Gericht fordern sie außerdem die Zulassung einer Sammelklage, damit sich auch andere Kläger der Klage anschließen können.

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In der Klageschrift weisen die Anwälte der Kläger darauf hin, dass „vernünftige Konsumenten“ nicht eine so große Diskrepanz zwischen der beworbenen und tatsächlich verfügbaren Speicherkapazität erwarten würden. Durch das Betriebssystem und die vorinstallierten Apps werde ein „außerordentlicher Prozentsatz“ der nur limitiert zur Verfügung stehenden Speicherkapazität belegt.

So rechnen die Kläger vor, dass bei einem iPhone 6 16 GB den Käufern nur 13 GB für ihre eigenen Daten zur Verfügung stehe. Beim iPhone 6 Plus 16 GB und iPad Air 16 GB seien es gar nur knapp 12,7 GB. Der Anteil des für die Nutzer damit nicht zur Verfügung stehenden Speicherplatzes läge damit bei zwischen 19 und 21 Prozent.

In der Klage wird Apple auch vorgeworfen, dass Apple durch die hohe Diskrepanz zwischen verfügbarer und tatsächlicher Speicherkapazität  versuche, die Käufer zum Abschluss eines iCloud-Premium-Abos zu drängen. Dazu erscheine in für die Anwender „verzweifelnden Momenten“ ein entsprechender Kaufhinweis. „Etwa wenn der Konsument versucht, Aufnahmen von seinem Kind oder Enkel bei einer Veranstaltung, einem Basketballspiel oder einer Hochzeit zu machen“, wie die Anwälte in der Klageschrift schreiben.

Die Klageschrift enthält aber auch einen Fehler. Denn in dieser wird Apple vorgeworfen, auf seinen Geräten die Nutzung anderer Cloud-Dienste nicht zu gestatten. Das ist allerdings falsch. Neben iCloud Premium können auch populäre andere Cloud-Speicher-Dienste genutzt werden. Wie etwa Dropbox, Microsoft OneDrive oder Google Drive.

Abzuwarten bleibt, was aus der Klage wird. Apple selbst erläutert auf dieser Seite , wie es die Speicherkapazität bei seinen iOS-Geräten berechnet. Allerdings findet sich hier kein Hinweis darauf, wie viel Speicherkapazität den Anwendern für ihre Daten tatsächlich zur Verfügung steht. Andere Hersteller, wie etwa Microsoft bei Surface, weisen dagegen ausdrücklich auf den für die Nutzer zur Verfügung stehenden Speicherplatz hin. Das dürfte auch einen guten Grund haben: Im November 2012 hatte ein Mann gegen Microsoft wegen des bei Surface zur Verfügung stehenden Speicherplatzes geklagt. Der Mann hatte geklagt, weil bei dem 64-GB-Modell nur 37 GB Speicherplatz für eigene Daten zur Verfügung standen. Das Gericht schlug damals eine Schlichtung vor.

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