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1000 Jugendschutzverstöße im Netz - 70 Prozent abgestellt

Die in Mainz ansässige Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet hat im vergangenen Jahr mehr als 1000 Verstöße aus dem Internet gefischt. Mehr als zwei Drittel der Inhalte wurden daraufhin vom Netz genommen.

Die in Mainz ansässige Zentralstelle der Länder für Jugendschutz im Internet hat im vergangenen Jahr mehr als 1000 Verstöße aus dem Internet gefischt. In mehr als zwei Drittel der Fälle (70 Prozent) habe der Einspruch von " jugendschutz.net " dazu geführt, dass die kritisierten Beiträge aus dem Netz genommen wurden, teilte das Jugendministerium am Freitag in Mainz mit. In allein 131 Fällen gelang die Entfernung von rechtsextremer Hasspropaganda.

"Dies zeigt, wie wichtig die Arbeit von jugendschutz.net nach wie vor im Hinblick auf die Bekämpfung von jugendgefährdenden Inhalten sowie von rechtsextremistischem Gedankengut ist", sagte Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig (SPD). "jugendschutz.net" wurde 1997 als Einrichtung aller Jugendminister der Länder gegründet und ist an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Landesmedienanstalten angebunden.

Bei 116 Angeboten haben die deutschen Anbieter der Kontrollstelle zufolge keine ausreichenden Änderungen vorgenommen. Sie wurden der KJM zur Einleitung von Straf- und Ordnungsmaßnahmen gemeldet. Insgesamt registrierte "jugendschutz.net" eine deutliche Zunahme an Beschwerden über Jugendschutzprobleme im Internet. Mehr als 5000 eingegangene Hinweise und Anfragen seien bearbeitet worden. Zunehmend sei die Zentralstelle auch auf ausländischen Internetseiten aktiv. In 275 Fällen forderte "jugendschutz.net" ausländische Meldestellen oder Provider dazu auf, Maßnahmen gegen unzulässige Angebote zu ergreifen.

Neben rechtsextremen Inhalten rufe vor allem die sexuelle Vermarktung von Kindern und Jugendlichen die Jugendschutz-Wächter auf den Plan. Seit 2003 seien in Deutschland auch so genannte Posen-Fotos unzulässig, die Minderjährige in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen. Allein 98 solcher "Teen-Model-Sites" wurden beanstandet. Zudem prüfte "jugendschutz.net" die in Chatrooms lauernden Gefahren: "In der Mehrzahl der untersuchten Chats waren sexuelle Übergriffe auf Minderjährige an der Tagesordnung."

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