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Intel verlässt OLPC-Projekt

04.01.2008 | 13:07 Uhr |

Intel ist nicht mehr Mitglied des OLPC-Projekts und hat auch seinen Sitz im Vorstand des Projekts aufgegeben. Damit reagiert das Unternehmen auf die Forderungen von OLPC, dass Classmate-PC-Projekt einzustellen.

Intel hat seine Teilnahme am Projekt „OLPC“ ( One Laptop per Child ) beendet. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, hat Intel sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen, weil von dem Unternehmen gefordert worden war, seine Engagement beim „Classmate PC“ einzustellen, wogegen sich Intel aber sträubte.

Beim Classmate PC handelt es sich um ein von Intel produziertes Billig-Laptop für Schüler und Studenten in Entwicklungsländern, das in Konkurrenz zu den von OLPC hergestellten Laptops steht.
Die gut informierten Kreise wissen außerdem zu berichten, dass Intels Entschluss, das OLPC-Projekt zu verlassen, zugleich bedeutet, dass bei den von OLPC hergestellten Laptops kein Intel-Prozessor zum Einsatz kommen wird.

Bisher kommen in den XO-Laptops von OLPC Prozessoren von AMD zum Einsatz. Im Juli 2007 hatten Intel und OLPC eine Vereinbarung geschlossen, laut der man gemeinsam neue Technologien für günstige Laptops entwickeln wollte. Außerdem war geplant, XO-Laptops auch mit Intel-Prozessoren herzustellen. Ebenfalls Teil der Vereinbarung war, dass Intel einen Sitz im Vorstand von OLPC erhielt.

Bereits kurz nachdem die Vereinbarung im vergangenen Jahr geschlossen worden war, hatte OLPC-Gründer Nicholas Negroponte Intel dazu aufgefordert, das „Classmate PC“-Projekt einzustellen und stattdessen mehr Energie in das OLPC-Projekt zu stecken.

Gegenüber unserem Nachrichtendienst IDG-News bestätigte ein Intel-Sprecher, dass Intel und OLPC nunmehr getrennte Wege gehen. Details zu den Gründen wollte der Sprecher allerdings nicht nennen. In einer Mail an IDG-News bestätigte auch OLPC-Präsident Walter Bender, dass Intel nicht mehr dem Projekt angehört. Zugleich warf er Intel einen Mangel an Kooperation vor. „Intel hat unsere Mission als einen weiteren Markt behandelt“, schrieb Bender.

Dem OLPC-Projekt ist es bisher nicht gelungen, ein Laptop für die ursprünglich angepeilten 100 US-Dollar anzubieten. Derzeit kosten die XO-Laptops um die 200 US-Dollar, was dafür sorgt, dass weniger Bestellungen eingehen.

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