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10.000 mal sparsamer: Neue WLAN-Technologie

24.02.2016 | 14:45 Uhr |

Mit einer Technik namens Passive Wi-Fi soll der Zuckerstreuer und die Küchenrolle ins Internet gebracht werden.

WLAN-Verbindungen benötigen im Vergleich zu Bluetooth derzeit noch deutlich mehr Energie. Dies kann besonders bei mobilen Geräten zu Problemen führen. Wissenschaftler der University of Washington haben ein neues Verfahren namens „Passive Wi-Fi“ entwickelt, mit dem der Stromverbrauch bei WLAN-Übertragungen deutlich sinkt.

Im Vergleich zu etablierten Alternativen wie Bluetooth Low Energy oder Zigbee benötigt die neue Technik für den Datenaustausch 1000 Mal weniger Energie, verglichen mit derzeitigen WLAN-Geräten lässt sich sogar 10.000 Mal soviel Strom sparen. Dazu setzt Passive Wi-Fi auf eine Trennung der analogen und digitalen Signalübertragung. Die für den digitalen Datenaustausch zuständigen Bauteile benötigen nur einen Bruchteil der Energie ihrer analogen Kollegen, die für den eigentlichen Datenversand per Antenne zuständig sind.

Die Forscher haben deswegen die Sendeeinheit ausgelagert. Sie bezieht ihren Strom aus einer Steckdose. Das mobile Gerät besitzt hingegen nur passive WLAN-Sensoren, die kaum Strom benötigen. Dennoch können sie Wellen empfangen und sie gezielt reflektieren. So entstehen WLAN-Pakete, mit denen sich bis zu 11 Megabit pro Sekunde übertragen lassen.

Auf dem Universitätsgelände konnte die Technik bereits erfolgreich getestet werden. Passives WLAN sei besonders für das vernetzte Zuhause geeignet. Durch die stromsparenden Bauteile könnten sogar der Zuckerstreuer oder die Rolle mit Haushaltstüchern mit anderen Geräten kommunizieren. Der geringe Stromverbrauch von 15-60 Mikrowatt würde auch den Einsatz in Kleidungsstücken oder anderen Gadgets ermöglichen.

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Die kompletten Ergebnisse des von der National Science Foundation und Qualcomm mitfinanzierten Studie sollen im kommenden Monat auf dem USENIX Symposium on Networked Systems Design and Implementation vorgestellt werden.

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