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10-Q: Apple warnt vor massiven Steuernachzahlungen

30.04.2015 | 12:05 Uhr |

Irlands Steuermodell steht auf dem Prüfstand der EU. Für Apple könnten Steuernachzahlungen in Höhe von mehr als zwei Milliarden US-Dollar fällig werden.

In seiner Pflichteingabe 10-Q an die US-Börsenaufsicht warnt Apple seine Anleger vor einer möglichen deutlichen Steuernachzahlung. Der Grund: Die Steuergesetzgebung Irlands, die es global agierenden Konzernen ermöglicht, legal ihre Steuerlast auf Niedrigstwerte zu senken, steht seit längerem auf dem Prüfstand. Die Europäische Union will Irland zum Schließen von Schlupflöchern ( Double Irish ) zwingen und damit zu höheren Unternehmenssteuern. Apple hat bisher von der laxen Fiskalpolitik des Inselstaates profitiert und einen Großteil seiner Barreserven in Höhe von mittlerweile rund 194 Milliarden US-Dollar in Irland deponiert.

Laut der Pflichteingabe rechnet Apple mit Steuernachzahlungen, bis zu zehn Jahre rückwirkend könnte Irland von Unternehmen Steuernachzahlungen fordern. Wörtlich spricht der Bericht laut Financial Times von "material financial penalties". Die Financial Times schließt aus der geänderten Wortwahl, dass Apple mit einem Betrag rechnet, der mehr als fünf Prozent der durchschnittlichen Gewinne vor Steuern der letzten drei Jahre betrage. Das wären dann mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar. Anfangs der Woche hatte Apple die Bilanz für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2014/15 vorgelegt und darin einen Umsatz von 58 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 13,6 Milliarden US-Dollar ausgewiesen.

Apple und die Republik Irland haben stets die Legalität ihres Tuns betont und wehren sich gegen Strafzahlungen. Apple hat laut seines Finanzchefs Luca Maestri mit den irischen Steuerbehörden keine "besonderen Deals" abgeschlossen, die gegen EU-Recht verstoßen und zu den Nachzahlungen führen könnten. In den 35 Jahren, in denen man eine Niederlassung in Irland betreibt, habe man sich stets an geltendes Recht gehalten.

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