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1-GHz-PCs - ein teurer Spaß

Durch den Wettlauf zwischen AMD und Intel kommen die 1-GHz-PCs weit früher auf den Markt als geplant. Analysten fragen sich allerdings, warum man sich mit der Markteinführung der teuren Systeme nicht etwas mehr Zeit lässt. Es sei wahrscheinlich, dass nur wenige Privatverbraucher sich einen 1-GHz-Rchner zulegen werden.

Durch den Wettlauf zwischen AMD und Intel kommen die 1-GHz-PCs weit früher auf den Markt als geplant. Analysten fragen sich allerdings, warum man sich mit der Markteinführung der teuren Systeme nicht etwas mehr Zeit lässt. Es sei wahrscheinlich, dass nur wenige Privatverbraucher sich einen 1-GHz-Rchner zulegen werden. "Zur Zeit kostet ein Durchschnitts-PC nicht mehr als 1200 bis 1300 Dollar," so PC-Data-Analyst Stephen Baker. Für die neuen "One-Gig"-Systeme muss man jedoch mindestens das Doppelte anlegen.

Wenn sie ehrlich sind, sind die PC-Hersteller von dem von Intel und AMD aufgezwungenen Taktratenwettlauf auch nicht sonderlich begeistert. Insidern zufolge würden sie sich lieber nach der tatsächlichen Nachfrage richten - und nicht das produzieren, was ihnen die Chip-Hersteller vorgeben. Wegen des hohen Preise werden die Systeme vorerst auch nur auf Bestellung gefertigt.

Ob die Rechner mit dem 1-GHz-Athlon bestückt werden oder mit dem 1-GHz-Pentium, den Intel am morgigen Mittwoch ankündigen will, ist mehr oder weniger eine Grundsatzentscheidung.

Compaq und Gateway setzen auf AMD - die anderen Anbieter unterstützen Intel.

Compaq erweitert seine 5900Z-Presario-Reihe in den USA um ein 1-GHz-Modell für 2500 Dollar. Der Rechner kommt außerdem mit 128 MB SDRAM, einer 20-GB-Festplatte, 40fach- CD-ROM-Laufwerk und einem 17-Zoll-Monitor. Ab Donnerstag nimmt das Unternehmen die ersten Bestellungen entgegen - die Lieferzeit soll 10 Tage oder mehr betragen. Sorge, dass die schnellen Chips nicht ausreichend zur Verfügung stehen könnten, hat man bei Compaq nicht. Im Gegensatz zu Intel habe AMD in den vergangenen sechs Monaten immer genug liefern können, wenn neue Prozessoren herauskamen.

Auch Gateway hält sich vor allem aus logistischen Gründen von Intel fern. Der Direktanbieter hatte im vergangenen Herbst starke Einbußen erlitten, weil Intel nicht in ausreichender Stückzahl liefern konnte. Außerdem ist keines der neuen Gateway-Systeme mit dem 133-MHz-Systembus ausgestattet - alle kommen mit dem langsameren 100-MHz-Bus, den Intels 1-GHz-Prozessor nicht unterstützt. Das 1-GHz-Modell heißt Select 1000 und ist ab 3000 Dollar zu haben. Es ist mit einer 30-GB-Platte, 128 MB RAM, einer 32-MB-GeForce-Grafikkarte, 8-fach-DVD, 56-Kbps-Modem und einem 19-Zoll-Monitor ausgestattet.

Im Intel-Lager hält man sich derzeit noch zurück, was neue Systeme angeht. Keiner will den Fehler der Vergangenheit machen und Rechner anbieten, die er dann nicht liefern kann. "Wir wollen fair zu unseren Kunden sein", heißt es etwa bei Dell. (PC-WELT, 07.03.2000, sp)

1-Gigahertz-Athlon ist da (PC-WELT Online, 6.3.2000)

1-GHz-PC noch im März (PC-WELT Online, 2.3.2000)

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