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1&1 führt Zwangsumleitung auf Werbeseite bei DSL-Zugängen ein

1&1 zwingt seine DSL-Kunden auf ein Shopping-Portal.

Der Internet Provider 1&1 stellt sukzessive die bestehenden DSL-Anschlüsse um. Ab dann landet man nach jedem Login beim ersten Zugriff auf eine Website auf dem 1&1-Portal mit einer “großen Anzahl von Shopping- und Service-Angeboten wie Automarkt, Single-Börse, Jobsuche, Lotto-Service, DVD-Verleih“, wie unsere Schwesterpublikation Tecchannel berichtet.

Derzeit erhalten die DSL-Kunden von 1&1 eine Mail ihres Providers mit der Ankündigung "Wir schalten Sie jetzt frei für das 1&1 Portal!“. Zu den Vorteilen soll neben "Informationen rund um die Uhr“ auch die Möglichkeit gehören, "preiswert einzukaufen“. Von Handy über Computer bis zu Reisen will 1&1 alles auf seinem neuen Portal anbieten, was Umsatz im Web verspricht.

Stutzig macht jedoch der Hinweis in der Mail, die Umstellung erfolge automatisch. "Danach wird das 1&1 Portal Ihnen als erste Seite nach einem Aufruf präsentiert. Sollten Sie zu Ihrer gewünschten Seite weitersurfen wollen, finden Sie oben rechts einen entsprechenden Link“, so die 1&1-Kundeninformation.

Ein Mal täglich Gratiswerbung

Bei dem "Service“ 1&1-Portal als Startseite wird jeweils die erste Browser-Anfrage auf den Port 80 (HTTP-Protokoll) sowie 443 (HTTP-Protokoll über TLS/SSL) automatisch zum 1&1-Portal weitergeleitet. Es handelt sich laut 1&1 dabei um eine reine HTTP-Umleitung. Dieser Dienst wird seit kurzem von der T-Com für alle T-DSL-Resale-Abnehmer, zu denen auch die 1&1 Internet AG gehört, zur Verfügung gestellt. Dabei wird im DSL-Login-Script der T-Com eine automatische Weiterleitung auf das 1&1-Portal ausgeführt.

Da bei den meisten DSL-Zugängen zumindest ein Mal in 24 Stunden eine Zwangstrennung erfolgt, bedeutet dies, dass jeder 1&1-Kunde mindestens ein Mal täglich beim Internet-Zugang auf eine Werbe- und Shopping-Seite zwangsumgeleitet wird.

Umleitung deaktivieren

Die Umstellung erfolgt zwangsweise bei jedem Kunden. 1&1 beschreibt jedoch auf einer FAQ-Seite , wie man diese Umleitung deaktivieren kann. In vier Schritten muss man sowohl die Daten seines Internet-Zugangs als auch die Login-Kennung des Routers ändern. Moderne Router sollen die Änderung nach einer Umstellung im Service-Center automatisch erledigen. Bei älteren Modellen sei mitunter ein Firmware-Update oder eine manuelle Umstellung der Login-Daten nötig

1&1 gesteht freimütig ein, dass es mitunter zu Software-Problemen durch die Zwangsumleitung kommen kann. Betroffen sind etwa DynDNS-Clients und Messenger. Doch auch hier hat 1&1 eine Lösung parat: Einfach vor der Benutzung einen Browser öffnen, warten, bis sich die Portalseite aufbaut und dann gleich wieder schließen.

Tipp : Die Reaktion des Providers zum Thema Zwangsumleitung haben unsere Kollegen vom Tecchannel übrigens hier festgehalten .

Vorsicht Falle: DSL 6000 bestellt, DSL 3000 bekommen (PC-WELT Online, 28.09.2005)

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