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2007: El Dorado für Bewerber?

16.03.2007 | 14:50 Uhr |

Die Zeichen auf dem IT-Arbeitsmarkt stehen auf grün: Die Unternehmen suchen händerringend nach Fachkräften - aber qualifizierten.

Karrieretipps auf der CeBIT

Wer sich über IT-Karrierechancen und Gehälter informieren will, dem bietet das Job- und Karrierezentrum der COMPUTERWOCHE (Halle 6, C 16) jeden Messetag Vorträge und Podiumsdiskussionen, individuelle Karriereberatung und über 20 Aussteller, die Kandidaten suchen.

Die positive Lage auf dem IT-Arbeitsmarkt erinnert ein wenig an die großen Hype-Zeiten von 2000: Kaum geht es der Branche besser, schraubt der Branchenverband Bitkom seine Wachstumsprognosen nach oben und beschwört den akuten Fachkräftemangel. Von 20.000 offenen Stellen ist derzeit die Rede. "Wir haben bereits im vergangenen Jahr über 200 neue Mitarbeiter eingestellt und suchen auch dieses Jahr wieder Kandidaten, besonders im Bereich Services, Marketing und Vertrieb", sagte Brigitte Hirl-Höfer, Director Human Resources Germany bei Microsoft, während der Eröffnungsdiskussion im COMPUTERWOCHE-Karrierezentrum auf der CeBIT. Auch Rudolf Kuhn, Geschäftsführer des IT-Beratungsunternehmens Logica CMG, erklärte, dass er im laufenden Jahr 400 neue Berater einstellen wolle. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die Besetzung der freien Stellen nicht leicht sein werde. "Wir haben derzeit Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten zu finden", bestätigte Dagmar Schimansky-Geier von der Personalberatung 1a zukunft. "Besonders gefragt sind Berater, Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftsingenieure."

Für die Bewerber hingegen ist Optimismus angesagt. Die Chancen auf einen Job in der IT-Branche sind gut. Doch die Unternehmen haben nach dem Platzen der Dotcom-Blase ihre Lektion gelernt. Längst wird nicht mehr jeder eingestellt, der ein bisschen IT-Know-how nachweisen kann. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass die fachliche Qualifikation die Grundlage für eine Karriere in der IT sei. Bewerber mit abgeschlossener Hochschulausbildung in Informatik oder in Wirtschaftsinformatik seien derzeit stark nachgefragt, betonte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms: "Quereinsteiger haben es dafür nicht so leicht." Voraussetzung sei ein Studium, das zum Fachgebiet passe, sagte Michael Hillerbrand, Personalleiter Deutschland von SAP. Er warnte: "Die technische Qualifikation ist kein Differenzierungsmerkmal mehr."

Aspekte wie soziale Kompetenz, Flexibilität, Teamgeist, interkulturelle Erfahrung und vor allem verhandlungssicheres Englisch seien heutzutage unbedingt erforderlich, um in einer globalen Wirtschaft auch als Techniker erfolgreich zu sein. "Wir arbeiten alle vernetzt, das stille Kämmerlein gibt es bei SAP nicht mehr, auch nicht für den Tekki", so Hillerbrand weiter. "Wir brauchen den verbindlichen Schnittstellenjongleur", bestätigt Christof Schalhorn, Senior-Redaktionsleiter bei Comet Computer, Spezialist für Datenverarbeitung und technische Dokumentation. Social Skills seien unerlässlich, denn auch die Techniker müssten mit anderen Abteilungen, virtuellen Teams und mit Kunden zusammenarbeiten, nicht nur im Beratungsgeschäft. Zwar gebe es immer noch besondere Bereiche, wo reine Tekkis nachgefragt werden, etwa in der Automobilindustrie für Embedded Systems, warf Harms ein, doch dass jeder Informatiker zunehmend auch ein "kleiner" Berater sein müsse, darüber herrschte Konsens. (ka)

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