09.02.2011, 13:00

Rene Melzer | areamobile.de

Stephen Elop

Nokia ist eine brennende Ölplattform

Stephen Elop vergleicht Nokia mit einer brennenden Ölplattform. Dem Unternehmen wird von der Konkurrenz kräftig eingeheizt.
Apple definierte 2007 mit dem iPhone die Kategorie Smartphone neu, so der Manager. Außerdem konnte das geschlossene aber sehr machtvolle Ökosystem viele Entwickler begeistern. Heute "besitze" der Konzern aus Cupertino den Highend-Bereich.
Im mittleren Preisbereich sieht Elop sich mit Android konfrontiert. Das Smartphone-Betriebssystem startete zwar im Highend-Bereich, wächst mittlerweile aber vor allem im mittleren Preissegment und verbreitet sich langsam auch auf Telefonen, die unter 100 Euro kosten. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte Android eine ungeheure Attraktivität auf Entwickler, Diensteanbieter und Handyhersteller. “Google hat eine Anziehungskraft entwickelt, die viele Innovationen aus der Industrie an sich zieht”, fasst Elop zusammen.
Aber auch im unteren Preisbereich wachse der Druck auf Nokia. Die Konkurrenz aus China stelle billige Mobiltelefone in “unvorstellbarer Geschwindigkeit” her. Es gäbe Berechnungen, nach denen mittlerweile ein Drittel aller weltweit verkauften Handy aus den Fabriken in Shenzhen kommen. Die Geräte werden vor allem in Entwicklungsländern verkauft und nehmen Nokia dort immer mehr Marktanteile ab.
Nokia helfe nur in dieser Situation nur "ein Sprung ins kalte Wasser". Das Unternehmen falle immer weiter hinter der Konkurrenz zurück. So habe Nokia bis heute kein Produkt, dass annähernd an das Benutzererlebnis des iPhone heranreicht. Das Betriebssystem Meego, in das der finnische Handyhersteller bisher große Hoffnungen legt, benötigt nach Meinung des Managers zu lange. Es ist wahrscheinlich, dass in diesem Jahr nur ein einziges Modell mit Meego auf den Markt kommt. Das bisher für Smartphones verwendete Symbian-System bezeichnet er als eine Umgebung, die es zunehmen schwieriger mache, die wachsenden Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen.
Wie Nokias "Sprung ins kalte Wasser" aussieht, wird Stephen Elop am 11. Februar auf einer Konferenz in London erklären. Glaubt man den jüngsten Gerüchten, dann wird er einen Großteil der Vorstandsmitglieder entlassen.
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