Mit Robotics Studio will Microsoft auf den Robotermarkt vordringen. Das Softwarepaket umfasst Runtime, Dienste, eine Simulation, eine eigene Entwicklungsumgebung samt virtueller Programmiersprache und viele Tutorials und Beispiele.
Zum Robotics Studio gehören diverse Programmierwerkzeuge. Besonders interessant ist die visuelle Programmiersprache VPL(Visual Programming Language). Sie ähnelt NXT-G vom Lego Mindstorms NXT und Robo Pro von Fischertechnik. Die Bedienerführung von VPL erinnert an Visual Studio. Bei VPL müssen Sie keinen Code eintippen – Sie programmieren den Roboter stattdessen über ein Flussdiagramm. Sie ziehen dabei die gewünschten Elemente und Funktionen aus den Toolboxen am linken Bildschirmrand mit der Maus auf die Arbeitsfläche und wählen dann die erforderlichen Parameter aus oder geben sie ein. Auf diesem Weg legen Sie beispielsweise den Typ einer Variablen fest.
VPL stellt gewohnte Programmtechniken zur Verfügung, etwa if- Abfragen oder Textausgaben. Wer allerdings herkömmliche Programmiersprachen beherrscht, wird sich über den großen Platzbedarf von VPL wundern. Schon eine relativ einfache do-while-Schleife füllt die Monitorfläche gut aus.
Für einige Roboter stehen vorgegebene Schnittstellen zur Wahl. Über die Eigenschaften (Properties) lassen sich bequem die Parameter der einzelnen Funktionen beeinflussen. In der „Basic Activities Toolbox“ finden Sie Verzweigungen wie „if else“, Variablen-Definitionen und Rechenfunktionen, mit denen Sie den Datenfluss steuern.
Mit der „AGEIA PhysX Technology-Engine“ kann man Roboter am PC in 3D-Ansicht simulieren. Sie können also das Verhalten und die Programmierung eines Roboters bis zu einem gewissen Grad auch ohne ein reales Gerät testen.
Bibliotheken und Testbeispiele: Damit können Sie in Visual Studio (Express) mit .NET-Sprachen wie C# und VB.NET eigene Programme für Roboter schreiben. Eine umfangreiche Tutorialsammlung bietet hierbei Hilfestellung. Wer keine Lust auf C# und Co. hat, kann aber immer noch mit der VPL ar beiten. Gerade Programmiereinsteiger dürften die visuelle Programmiersprache VPL zu schätzen wissen, erfahrene Anwender geben vermutlich eher C# und Co. den Vorzug.
Runtime: Sie bildet mit ihren Diensten die Grundlage für die Kommunikation zwischen dem vom Anwender erstellten Programm und dem Roboter – somit ist sie ein wesentlicher Bestandteil von Robotics Studio.
Das Microsoft Robotics Studio ist eine für Privatpersonen kostenlose Entwicklungs- und Simulationsumgebung für Roboter. Mehr zum MRS lesen Sie in der PC-WELT 6/2007.
Microsoft Robotics Studio