iOS / iPhonePatrick Woods
iPhone-Navi Falk Navigator Plus Europe
"Bauen Sie Ihre ganz individuelle Navigator App", verspricht der Hersteller. Bedeutet: viele Funktionen kosten extra.
Dank günstiger Halterungen und hochwertiger Navi-Apps hat das iPhone längst einen festen Platz im Markt der Zubehör-Navis erobert. Ob Tomtom, Navigon oder Falk; die großen Hersteller haben sich längst diesem Trend angepasst und bieten iPhone-Navis an. Falk Navigator Plus ist die neue Version der Falk-Navigation. Wobei das "plus" hier verwirrend ist. Denn hier sind wesentliche Funktionen der modernen Navigation schlicht gesperrt. Die übliche "3D"-Ansicht, also die Flugperspektive hinter dem Auto: kostet extra. Intelligente Routenführung: kostet extra. Verkehrsinfos: Sie ahnen es.
Insgesamt gibt es hier vier Aufwertungen, die jeweils acht bis neun Euro kosten. Der volle Umfang würde den Preis der App also verdoppeln. Besonders ärgerlich: Falk Navigator wirkt dadurch ein wenig wie das Spiel Minesweeper: sehr oft tippt der Nutzer auf einen Knopf, der zu einer aufpreispflichtigen Funkion gehört und *peng* nur eine Kauf-Aufforderung hervorbringt. Das nervt schnell und ist dem Kunden gegenüber nicht besonders nett.
Ohne diese Extras ist Falk Navigator ein solide, aber minimalistische Lösung zum Navigieren. Toll: es gibt eingebaute Karten für Europa, dafür lediglich eine 2D-Ansicht als Vogelperspektive, keine intelligente Routenführung, keinen WoMo- oder Motorradmodus, keine Routenalternativen. Dafür warnt Falk Navigator vor "Gefahrenstellen" (bedeutet: Blitzer) und ist sehr schnell darin, die Route neu zu berechnen, wenn man an einer Abfahrt vorbei gefahren ist. Zudem kann man sich Restzeit, aktuelle Geschwindigkeit, Strecke und mehr während der Fahrt anzeigen lassen (zwei Dinge davon gleichzeitig). Auch die unmissverständliche Anzeige der Autobahnbeschilderung für die richtige Richtung gefällt.
In dieser Form würden wir insgesamt aber eher zu einer Mittelklasse-App wie Dynavix raten, die ähnlich viel kostet und bei weitem nicht perfekt ist, aber bei den Funktionen weniger eingeschränkt ist. Denn, alle Zusatzfunktionen eingerechnet, spielt Falk schon in der Luxusklasse mit und tut sich hier schwer gegen Tomtom und Co. Wären einige der gesperrten Funktionen inklusive, könnte Falk Navigator ein echter Preistipp sein, so sitzt es jedoch etwas zwischen den Stühlen.