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Providervergleich: So finden Sie den richtigen Tarif

09.02.2017 | 12:34 Uhr |

Welcher Provider bietet den besten Internettarif, wenn der Preisvergleich mehr als 100 Angebote anzeigt? Wir führen Sie durch den Tarifdschungel und erklären, welche Anschlussart und -geschwindigkeit für Sie richtig ist.

Rückblende um 25 Jahre: Deutschland ist wiedervereinigt, die Bundespost hält das Monopol bei Telefonanschlüssen und entsprechend hoch sind deren Gebühren. Ein „Ferngespräch“ über mehr als 50 Kilometer kostet tagsüber 66 Pfennig pro Minute, umgerechnet rund 34 Cent. Wer also auch nur eine Stunde mit Freunden oder Verwandten in der Nachbarschaft spricht, ist schon gut 20 Euro los – für ein einzelnes Telefonat! Zusammen mit der monatlichen Grundgebühr von 24,70 DM (12,63 Euro) kommt man so auf knapp 34 Euro, inflationsbereinigt entspricht dies heute gut 52 Euro. Mittlerweile gibt es für deutlich weniger Geld eine Doppel-Flatrate für superschnelles Internet inklusive unbegrenztem Telefonieren ins Festnetz, in alle Welt und je nach Provider sogar in sämtliche Mobilfunknetze – also unvergleichbar viel mehr Leistung.

Wirrwarr bei den Tarifen und Providern fürs Internet

Dies vor Augen befinden wir uns einerseits in einer sehr komfortablen Lage. Andererseits sind Ansprüche und Anforderungen an die Internetverbindungen enorm gestiegen, so dass die Entscheidung für den richtigen Anschluss, den passenden Provider und die beste Leitungsart weiterhin wichtig bleibt, möchte man bei großen Downloads nicht unnötig lange warten oder bei Onlinevideos oder IP-TV nicht vor dem ruckelnden Fernsehbild sitzen.

Einfach ist die Wahl auch deshalb nicht, weil in vielen Großstädten die Auswahl zwischen mehr als 100 unterschiedlichen Tarifen und Providern besteht. Außerdem möchten Sie ja nicht zu viel bezahlen: Die Standardkombination „Doppel-Flatrate Internet und Telefonie“ bekommen Sie schon für monatlich 15 Euro, Sie können für das Gleiche aber auch das Vierfache bezahlen. Schließlich lauern an diversen Stellen weitere Fallen. So kann sich ein anfangs vermeintlich günstiger Tarif im Nachhinein doch als teuer herausstellen, weil zwischendurch die Gebühren enorm steigen, weil das monatliche Inklusivvolumen limitiert ist, weil die Bandbreite während der Vertragslaufzeit reduziert wird oder weil Gespräche ins Ausland oder ins Mobilfunknetz teuer sind. Dies sind nur Beispiele für all das, was sich in den vielen Fußnoten der Providerangebote versteckt.

Ziel dieses Ratgebers ist es, dass Sie sich zunächst darüber klarwerden, welche Bandbreite und Anschlussart für Sie in Frage kommt. Danach folgt ein Überblick über die konkreten Internettarife und -anbieter. Schließlich helfen wir, vor Vertragsabschluss alle wichtigen Aspekte im Blick zu haben und dann die passende Wahl zu treffen.

Vodafone bietet einen Kabelanschluss mit 32 MBit/s und Doppel-Flatrate für monatlich 11,66 Euro, sofern man sich von Verivox 120 Euro Cashback auszahlen lässt.
Vergrößern Vodafone bietet einen Kabelanschluss mit 32 MBit/s und Doppel-Flatrate für monatlich 11,66 Euro, sofern man sich von Verivox 120 Euro Cashback auszahlen lässt.

Von DSL, VDSL, Vectoring, Kabel, Glasfaser, LTE zuhause und Hybrid

Viele Jahre war ein Internetanschluss fast gleichbedeutend mit einer DSL-Leitung, denn über einen Telefonanschluss auf Basis der Kupferdoppelader verfügte ohnehin jeder Haushalt. Die Frage war dann nur noch, welche Bandbreite man buchte. Die Leitungsgeschwindigkeit ist im Übrigen immer noch aktuell, im ländlichen Raum bekommt nämlich längst nicht einmal jeder Haushalt DSL 16 000. Auch deshalb bezeichnet die Deutsche Telekom im „Kleingedruckten“ ihrer Leistungsbeschreibung für diesen Tarif eine Bandbreite von 9800 MBit/s als „normal“, garantiert werden sogar nur 6300 MBit/s.

Wer dagegen in einer Stadt wohnt, kennt solche Bandbreitenbeschränkungen in aller Regel nicht. Häufig lässt sich mit VDSL 50 sogar der bislang schnellste DSL-Anschluss buchen. Mittlerweile wird zum Teil sogar VDSL 100 angeboten, das auf der erst vor Kurzem von der Bundesnetzagentur genehmigten Vectoring-Technik aufbaut. Allerdings bleiben beim Vectoring noch Wettbewerbsfragen offen, weil hier technisch bedingt nur ein Provider die Gesamtversorgung übernehmen kann, also nur Vodafone, Telekom oder ein anderes Unternehmen. Sinn macht darüber hinaus unter Umständen die auch Hybrid genannte Kombination von DSL-Leitung und LTE-Funk; wir kommen auf die Hybrid-Option weiter unten zurück.

Darüber hinaus konkurrieren vor allem in den Ballungsgebieten die unterschiedlichen Anschlusstechniken miteinander. Da ist zum einen Glasfaser, häufig auch als FTTH (Fibre To The Home) oder FTTB (Fibre To The Basement) bezeichnet. Solche Lichtwellenanschlüsse ermöglichen extrem hohe Bandbreiten. In einigen anderen Ländern können Privatpersonen schon 1000 MBit/s buchen, in Deutschland derzeit maximal 200 MBit/s. Allerdings nutzen hier bisher nur rund 800 000 Haushalte schnelles Glasfaser.

Die Kombination aus DSL-Leitung und LTE-Funk bietet bisher nur die Deutsche Telekom. Selbst DSL 16 000 lässt sich damit auf 50 oder gar 100 MBit/s aufbohren. Eine Volumenbeschränkung gibt es nicht.
Vergrößern Die Kombination aus DSL-Leitung und LTE-Funk bietet bisher nur die Deutsche Telekom. Selbst DSL 16 000 lässt sich damit auf 50 oder gar 100 MBit/s aufbohren. Eine Volumenbeschränkung gibt es nicht.

Sehr viel weiter verbreitet ist da das TV-Kabelnetz, das ebenfalls extrem schnelles Internet erlaubt. Allein der größte Kabelprovider Vodafone versorgt nach der Übernahme von Kabel Deutschland mehr als 13 Millionen Haushalte, dazu kommen das in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen tätige Kabelunternehmen Unitymedia sowie diverse regional tätige Internetversorger über TV-Kabel. 400 MBit/s sind derzeit die maximal erhältliche Bandbreite im deutschen Kabelnetz, Vodafone bietet diese Geschwindigkeit eigenen Angaben zufolge immerhin schon rund 60 Prozent seiner Kunden an.

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Ursprünglich war „LTE zuhause“, also die schnelle Internetanbindung von Gebäuden per Funk, für dünn besiedelte Gebiete gedacht, wo sich aufwendiger Leitungsbau nicht lohnt. Mittlerweile bekommt man LTE zuhause aber an vielen Stellen, auch die Bandbreite zwischen 100 und 300 MBit/s kann sich sehen lassen. Das Problem aber ist – wie bei allen Mobilfunkverträgen – das Datenvolumen: Deutsche Telekom, Vodafone und neuerdings auch Congstar („Homespot“) erlauben je nach Tarif nur zwischen fünf und maximal 30 Gigabyte schnelles Datenvolumen, für den Rest des Monats stehen dann im Downstream maximal 384 KBit/s zur Verfügung. Deshalb eignet sich LTE zuhause wirklich nur für Wenigsurfer. Ähnliches gilt für Internet per Satellit.

Abgesehen von Grünflächen, Sportplätzen und dem Friedhof steht flächendeckend VDSL 50 zur Verfügung, auf Wunsch sogar mit LTE-Hybrid-Option.
Vergrößern Abgesehen von Grünflächen, Sportplätzen und dem Friedhof steht flächendeckend VDSL 50 zur Verfügung, auf Wunsch sogar mit LTE-Hybrid-Option.

Eine Art Geheimtipp stellt die bereits genannte und bisher nur von der Deutschen Telekom angebotene Hybrid-Option dar, bei der die DSL-Geschwindigkeit „bei erhöhter Datenlast“ per Funk hochgefahren wird. Konkret bedeutet dies, dass die leitungsgebundene Bandbreite je nach Tarif und Funkzellenauslastung um maximal weitere 16, 50 oder 100 MBit/s erhöht wird. Geheimtipp insofern, als hier anders als sonst bei LTE keinerlei Volumenlimit greift. Insbesondere erhalten auch solche Haushalte, die via DSL nur 16 MBit/s bekämen, je nach LTE-Versorgung 50 oder 100 MBit/s dazu – wie gesagt ohne Volumenbegrenzung! Im Prinzip ist die Hybrid-Option bundesweit buchbar, einzige Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von LTE, eine schnelle UMTS-3G-Versorgung genügt nicht. Über diese Webseite erfahren Sie, ob die Voraussetzungen an Ihrer Wohnadresse erfüllt sind.

Und was kostet der Hybrid-Turbo? Im Prinzip nicht einmal einen Aufpreis, doch wer den dafür benötigten Router „Speedport Hybrid“ nicht kaufen möchte, zahlt statt sonst knapp fünf Euro für den Mietrouter beim Hybrid-Modell knapp zehn Euro Monatsmiete. Unter dem Strich also doch fünf Euro mehr.

Rufnummer mitnehmen: So kündigen Sie richtig

Zunächst müssen Sie die Kündigungsfrist Ihres Internet-und Telefonvertrages beachten. Meist verlängert dieser sich jeweils um ein Jahr, jeweils zum individuellen Stichtag des ursprünglichen Abschlussdatums. Da die Kündigungsfrist drei Monate beträgt und Sie der Einfachheit halber im Bestellprozess den neuen Provider zur Kündigung des bisherigen bevollmächtigen, sind vier Monate vor Vertragsende ein guter Zeitpunkt, den Wechsel in Auftrag zu geben.

Haben Sie sich für einen neuen Provider entschieden, wählen Sie auf der Webseite des Anbieters oder eines Vergleichsportals den passenden Tarif und starten den Bestellprozess. Der Abschluss im Internet hat den Vorteil, dass Sie alles in Ruhe ausfüllen und sämtliche Details genau kontrollieren können. Beachten Sie, dass die persönlichen Daten zwingend genau mit denen des Vertragspartners beim bisherigen Anbieter übereinstimmen müssen. Füllen Sie alle Felder sorgfältig aus und vergessen Sie nicht, den sogenannten Portierungsauftrag auszufüllen. Mit diesem zusätzlichen Formular sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre bisherige Rufnummer behalten. Übrigens: Der bisherige Provider darf Ihnen für die Portierung eine Gebühr in Rechnung stellen, maximal etwa 30 Euro.

Kontrollieren Sie nochmals alle Angaben, bevor Sie den Auftrag abschicken. Ein Ausdruck mit Unterschrift ist bei solchen Verträgen übrigens nicht erforderlich. In aller Regel aber schickt Ihnen der neue Provider alles nochmals zum Unterschreiben in ausgedruckter Form zu.

Auch hier sollten Sie alle Angaben nochmals sorgfältig kontrollieren.

Unterschiedliche Zugänge – und welche Bandbreite Sie benötigen

Je nach Wohnort und Anschlussart stehen ganz unterschiedliche Geschwindigkeiten zur Verfügung, in der Praxis kann das von normalem DSL 16 000 über die Telefonleitung bis zum 25-mal so schnellen Kabelanschluss reichen. Die Preisunterschiede sind nicht einmal groß: Während Standard-DSL mit Doppel-Flatrate monatlich etwa 30 Euro kostet, berechnet Vodafone bei 400 MBit/s gerade einmal 45 Euro.

Da stellt sich die Frage, welche Bandbreite Sie ganz persönlich überhaupt benötigten. Beim Surfen und Downloaden gilt natürlich: je schneller, desto besser. Die Tabelle zeigt neben dem maximalen Durchsatz für Down-und Upload in Spalte 4 ganz konkret, was das in der Praxis heißt. Während ein GByte Datenvolumen bei DSL 6000 zum Speichern über 20 Minuten benötigt, sind es bei 400 MBit/s gerade einmal 20 Sekunden. Bei einer normalen DVD mit 4,7 GByte betragen die Zeiten 1:45 Stunden gegenüber 1:35 Minuten. Gerade in Familien bremst ein zu langsamer Anschluss alle Mitglieder unter Umständen gehörig aus.

Die wichtigsten Einstellungen beim PC-WELT-Tarifrechner (http://tarife.pcwelt.de/dsl.php) für Ihren Internetanschluss: von der Geschwindigkeit links über die Modalitäten zu Vertrag und Laufzeit bis zur Anschlussart rechts unten.
Vergrößern Die wichtigsten Einstellungen beim PC-WELT-Tarifrechner (http://tarife.pcwelt.de/dsl.php) für Ihren Internetanschluss: von der Geschwindigkeit links über die Modalitäten zu Vertrag und Laufzeit bis zur Anschlussart rechts unten.

Große Unterschiede gibt es aber auch beim Hochladen, denn die Upload-Geschwindigkeit ist meist sehr viel geringer. Wollte ein Freiberufler seine Fotosammlung oder Konstruktionspläne im Umfang von einem GByte über einen gewöhnlichen DSL-Anschluss zum Kunden schicken, würde dies mehr als zwei Stunden dauern. Allerdings korrespondiert ein schnellerer Upload nicht unmittelbar mit der Download-Bandbreite. Er hängt auch von der Technik ab: Der Upload über das TV-Kabel ist vergleichsweise langsam, VDSL inklusive Vectoring und Glasfaser sind deutlich schneller. Bei der Wahl der Anschlussart ist also auch wichtig, ob Sie Daten überwiegend nur herunter-oder auch hochladen möchten. Dazu ein Hinweis: Dort, wo Vodafone neben DSL auch Kabel anbietet, müssen Kunden den Kabelanschluss wählen und damit meist weniger Upload-Bandbreite in Kauf nehmen.

Anders als bei den Downloads, wo höchstens Zeitverlust droht, geht es beim Streamen von IP-TV (Fernsehen über das Internet) oder Onlinevideos über Amazon, Netflix oder Youtube ums Prinzip. Schafft die Internetleitung nicht ständig den geforderten Durchsatz, bricht die Übertragung zusammen oder der Übertragungsserver reduziert automatisch die Videoqualität, wie dies bei Amazon und Netflix der Fall ist. Wer aber einen Full-HD-oder 4K-Fernseher besitzt, möchte nicht unbedingt ein verrauschtes Bild sehen, nur weil der Anschluss patzt. Unsere Tabelle zeigt in der letzten Spalte, für welche Alltagszenarien welche Bandbreite erforderlich ist. Auch hier gilt: Wer nicht alleine wohnt beziehungsweise das Internet nutzt, schafft mit einem schnelleren Anschluss mehr Freiheit für alle Beteiligten.

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Wichtig für die Anschlussgeschwindigkeit ist deshalb auch, wie Sie das Fernsehsignal empfangen: Bei getrenntem TV-Signal, also beispielsweise über Satellit oder zusätzlichem TV-Kabel, benötigen Sie keine zusätzliche Bandbreite. Wenn Sie aber über IP-TV fernsehen, sieht es anders aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie das meist Triple Play genannte Zusatzangebot Ihres Internetproviders oder einen separaten IP-TV-Dienst wie Magine oder Zattoo buchen. Nur das neue Waipu.tv stellt aufgrund einer anderen Technik in gewisser Weise eine Ausnahme dar. Ebenso unerheblich ist, ob Sie am Fernseher im Wohnzimmer, per Mobil-App oder im Browser am PC schauen: Stream ist Stream und Datendurchsatz ist Datendurchsatz. Deshalb eignen sich für IP-TV auch keinerlei volumenbegrenzten Tarife, wie sie O2 noch für das TV-Kabel anbietet.

Schließlich ist anzumerken, dass es sich bei LTE und beim TV-Kabel um ein „Shared Medium“ handelt. Je mehr Kunden sich die Gesamtbandbreite einer Funkzelle oder eines Kabelclusters teilen, desto kleiner ist die Bandbreite beim Einzelnen: vor allem in den Abendstunden, wenn viele Menschen daheim surfen, Downloads starten und Videos oder IP-TV sehen.

Sparen mit Cashback, Sofort-oder Starterbonus und Wechselprämie

Entweder – oder: Ob Sie einen im Tarifrechner aufgelisteten, ganz bestimmten Tarif oder Anbieter wählen können, erfahren Sie erst nach Eingabe Ihrer Wohnadresse.
Vergrößern Entweder – oder: Ob Sie einen im Tarifrechner aufgelisteten, ganz bestimmten Tarif oder Anbieter wählen können, erfahren Sie erst nach Eingabe Ihrer Wohnadresse.

„Was kostet ein Internetanschluss denn nun?“, werden Sie wissen wollen. Und wie passt der eingangs gezeigte Screenshot mit einem Monatstarif von 11,66 Euro für einen 32-MBit/s-Kabelanschluss mit den genannten 30 Euro Standardtarif für DSL 16 000 zusammen? Ganz einfach: Weil der Wettbewerb zwischen Providern so groß ist, versuchen sie, neue Kunden mit diversen Rabatten Kunden zu gewinnen. Ob diese Cashback, Wechselprämie, Starterrabatt, Sofortbonus, Aktionsgrundgebühr oder sonst wie heißen, das Prinzip ist immer das gleiche.

In den ersten Monaten gibt es massive Rabatte, sei es durch eine anfangs reduzierte, aber eben zeitlich befristete Grundgebühr. Oder über Wechselprämien, die teilweise die Provider selbst erstatten, teilweise auch die Tarifvergleichsportale wie Check24, Teltarif und Verivox. Die Internetverträge laufen in aller Regel über 24 Monate, und die Vergleichsportale – auch das von PC-WELT auf der Basis von Verivox – verrechnen dabei sämtliche Boni und Rabatte über die zweijährige Laufzeit, so dass der effektive Preis pro Monat deutlich sinkt. Klar ist damit zugleich aber auch, dass Sie nur dann von den Rabatten profitieren, wenn Sie regelmäßig alle zwei Jahre Ihren Provider wechseln. Denn sonst zahlen Sie die „normalen“ Tarife, also rund 30 Euro für DSL 16 000. Einige Provider erhöhen ihre Gebühren sogar nach den beiden ersten Jahren nochmals, wie wir am Schluss des Artikels zeigen.

Im Prinzip spricht kaum etwas gegen das häufige Wechseln, denn in aller Regel läuft der Prozess inklusive Rufnummernmitnahme problemlos. Und wer nicht gerade einen Umzug in den nächsten zwei Jahren plant, spart auf diese Weise bis zu 500 Euro in 24 Monaten. Einige Provider, darunter 1&1, Easybell und O2, bieten zudem DSL-Verträge ohne Laufzeit an.

Um es endlich konkret zu machen, rufen Sie unseren Tarifrechner unter http://tarife.pcwelt.de/dsl.php auf, geben links oben Ihre Vorwahl ein und klicken dann auf „Weitere Einstellungen“. Voreingestellt sind die Optionen „Wechsler“ und 24 Monate als Vertragslaufzeit (beides wichtig für die Rabatte) sowie als Leistung die Doppel-Flatrate („Mit Festnetz-Flatrate“). Bei den Anschlussarten aktivieren Sie DSL, Kabel-Internet und gegebenenfalls „LTE/UMTS“ und treffen dann Ihre Bandbreitenauswahl („Geschwindigkeit: ab …“). Ein Klick auf den Link „Tabelle aktualisieren“ listet die für Ihren Wohnort prinzipiell verfügbaren Tarife auf.

Tarifverfügbarkeit für Ihre Adresse und weitere Details prüfen

Ob Sie nun ganz konkret die angezeigten Angebote wirklich bekommen, ist damit noch nicht gesagt. Das gilt insbesondere für die Kabeltarife, denn anders als beim DSL-Anschluss können Sie hier den Anbieter nicht wählen. Die Tarifrechner zeigen deshalb erst einmal mehrere Kabelprovider. Welcher für Sie passt, erfahren Sie erst im nächsten Schritt nach Anklicken von „Mehr zum Tarif -> In 5 Minuten online wechseln“ und Eingabe Ihrer Wohnadresse. Ähnliches kann bei schnellen LTE-und Vectoring-Anschlüssen passieren. Obwohl die Adressprüfung der Vergleichsportale mittlerweile ziemlich zuverlässig arbeitet, schadet ein Gegencheck direkt beim Provider nicht.

Wenn Sie also wissen, welcher Kabelprovider Sie versorgen kann und wie dessen Konditionen lauten, deaktivieren Sie in unserem Tarifrechner probeweise die Kabeloption. Zusammen mit unterschiedlichen Geschwindigkeitsvorhaben haben Sie damit die Alternativen besser im Blick. Wenn Sie zusätzlich die TV-Option wählen (Triple Play), schränken Sie die Providerauswahl meist ganz erheblich ein. Alternativ dazu können Sie einen der genannten IP-TV-Anbieter wählen und so Fernseh-und Internetversorger entkoppeln. Nur müssen Sie sich in diesem Fall um Einrichtung und eventuell zusätzliche Hardware selbst kümmern. Preislich gibt es jedenfalls kaum einen Unterschied, je nach Tarif, Senderangebot und Auflösung kostet IP-TV monatlich zwischen fünf und 15 Euro Aufpreis.

Bevor Sie nun endgültig wechseln, lesen Sie über den jeweiligen Link „Tarifdetails“ von der Vertragslaufzeit über die Hardware bis zu den Preisdetails alles sorgfältig durch. Der Reiter „Zusatzinformationen“ zeigt unter anderem, was eine mögliche Telefonflatrate ins Ausland kostet – hier sind die Unterschiede enorm. Wie Sie nun konkret den Provider wechseln und Ihre bisherige Telefonnummer behalten, lesen Sie im Kasten.

Gedrosselte Bandbreiten oberhalb eines bestimmten Datenvolumens sind bei DSL-und Kabelanschlüssen eher selten, es gibt sie aber weiterhin. Wer wenig surft und herunterlädt, kann damit nochmals sparen.
Vergrößern Gedrosselte Bandbreiten oberhalb eines bestimmten Datenvolumens sind bei DSL-und Kabelanschlüssen eher selten, es gibt sie aber weiterhin. Wer wenig surft und herunterlädt, kann damit nochmals sparen.

Ansonsten raten wir, bei den Zusatzoptionen wie Handy-Flatrate, Mietrouter oder Sicherheitspaket nur das zu wählen, die Sie wirklich benötigen. Lassen Sie sich auch nicht durch Hinweise wie „Prämie nur noch einen Tag“ unter Zeitdruck setzen. Ganz ehrlich: Provider und Portale buhlen um jeden Kunden, günstige Angebote gibt es auch weiterhin.

Achten Sie schließlich vor allem bei den günstigsten Offerten darauf, ob die Bandbreite oberhalb einer bestimmten monatlichen Datenmenge gedrosselt wird. Solche Drosselungen sind bei Festnetzanschlüssen bei Weitem nicht so verbreitet; Vodafone beispielsweise hat sie bei seinen Kabelanschlüssen gerade abgeschafft. Außerdem sind die Datenmengen deutlich größer als bei den „Handy-Flatrates“, kennen sollte man sie trotzdem. Wer nur wenig surft und streamt, kommt damit auf Dauer teilweise billiger weg als ohne Limitierung.

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Häufiges Wechseln, das Ende des Routerzwangs und ein Fazit

Monatliche Kosten unter 25 Euro für eine Doppel-Flatrate und einen schnellen Internetanschluss mit einer Bandbreite von 50 oder gar 100 MBit/s gibt es jeweils nur in den ersten 24 Monaten eines Vertrages. Danach sind die anfänglichen Boni, Rabatte und Wechselprämien verbraucht, die Preise steigen danach häufig auf das Doppelte, teilweise sogar noch höher. Nur wer also konsequent alle zwei Jahre wechselt und dabei jedesmal aufs Neue einen günstigen Anbieter heraussucht, spart – umgerechnet – bis zu 250 Euro pro Jahr. Neben der Mühe besteht natürlich immer das Risiko, dass beim Wechsel irgendetwas nicht funktioniert. Das allerdings passiert inzwischen selten, außerdem muss der bisherige Anbieter beim Scheitern des Wechselprozesses die Versorgung innerhalb eines Kalendertages wiederherstellen.

Einfacher ist der Anbieterwechsel aber auch, weil seit dem vergangenen Sommer der Routerzwang entfällt. Bis August 2016 konnten Provider ihren Kunden ein bestimmtes Routermodell vorschreiben oder dessen Funktionen einschränken. Nun aber müssen Ihnen die Dienstleister Ihre persönlichen Zugangsdaten auf Wunsch mitteilen, so dass Sie eine Fritzbox oder ein anderes Gerät verwenden können ( mehr Infos ).

Alternativ zum häufigen Wechseln schauen Sie in den Tarifdetails der Anbieter, welche Webanschlüsse dauerhaft günstig sind. Hier bieten Check24 und Teltarif über den Link „Kosten ab dem 25. Monat“ beziehungsweise „Mtl. Kosten danach“ Preistransparenz. Ob diese Preise jedoch in zwei Jahren noch gelten, ist angesichts der harten Konkurrenz offen. Nur Mut zum Wechseln also. Es sei denn, Sie wünschen es ganz einfach bequem und freuen sich darüber, wie viel Sie heute gegenüber den „Post“-Dienstleistungen vor 25 Jahren ohnehin sparen. Seit Kurzem existiert ein goldener Mittelweg: Für 29,90 Euro Jahresgebühr bietet Verivox mit „Prime“ eine Spargarantie von mindestens 250 Euro im ersten Jahr und danach jährlich 100 Euro. Sie brauchen außer Ihrer Datenangabe nichts zu unternehmen, alle Wechselformalitäten übernimmt das Vergleichsportal.

Internetanschluss: Die Rechtslage beim Umzug

Inzwischen ist die rechtliche Situation bei einem Umzug – egal, ob beruflich oder privat bedingt – klar geregelt: Wer umzieht, kann seine Telekommunikationsverträge ohne Änderung der Vertragslaufzeit mitnehmen, der Provider kann also nicht mehr wie früher auf Abschluss eines neuen Zweijahresvertrags pochen.

Voraussetzung ist natürlich, dass der Provider die vertragliche vereinbarte Leistung auch am neuen Wohnort anbietet. Nach § 46 Telekommunikationsgesetz darf er für den damit verbundenen Aufwand eine Gebühr verlangen, nämlich maximal so viel, wie ein Neuanschluss kostet. Bietet der Internetprovider die bisherige Leistung am neuen Wohnort nicht an, kann der Kunde den Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende vorzeitig kündigen. Bei Verträgen ohne Laufzeit gilt die vereinbarte Kündigungsfrist, meist also ein Monat.

Maximal bleibt man also auf drei Monatsbeträgen sitzen.

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