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For Honor angespielt: Unser erster Eindruck

31.01.2017 | 13:21 Uhr |

In For Honor steuern Sie einen Elitekrieger durch aufwendig inszenierte Nahkämpfe. Wie gut das funktioniert und ob das Spiel dauerhaft motiviert, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Im Rahmen eines fiktiven, mittelalterlichen Szenarios in aufwendig inszenierten Single- und Multiplayer-Partien mit tödlichen Nahkampfwaffen aus der Third-Person-Ansicht fordernde Duelle mit (KI-)Kontrahenten bestreiten - so lässt sich Ubisofts kommender Titel „For Honor“ wohl in aller Kürze auf den Punkt bringen.

Das Actionspiel wird am 14. Februar 2017 für alle aktuellen Spieleplattformen erscheinen (PC, Playstation 4 und Xbox One) und möchte natürlich möglichst viele kampfeslustige Recken auf die virtuellen Schlachtfelder locken. Auf einem Presse-Event in Berlin hatten wir die Möglichkeit, das Spiel selbst ausführlich anzuspielen.

Mehrere Variationen für ein und dieselbe Multiplayer-Map

Bevor wir aber zocken konnten, erläuterte uns eine kurze Präsentation über die Besonderheiten des Spiels. So unterscheiden sich die insgesamt 12 Multiplayer-Maps nicht einfach nur aufgrund ihrer verschiedenen Settings voneinander, sondern auch die Maps selbst variieren in Sachen Wetter, Tageszeit und Vegetation. Auf diese Weise möchte Ubisoft auf ein und demselben Schlachtfeld unterschiedliche Atmosphären erzeugen. Die Entwickler sprechen hier von vier bis sechs Variationen für jede einzelne Map, was in Summe 60 verschiedene Kartenversionen ergibt. Doch Ubisoft verspricht, dass nach dem Spiele-Launch noch weitere Spielfelder als kostenlose (!) DLCs folgen werden - sehr schön, denn das dürfte Abwechslung ins Spiel bringen.

Zu Beginn stehen 12 Multiplayer-Karten zur Verfügung. Dank Variationen wie unterschiedliches Wetter oder eine andere Vegetation ergeben sich satte 60 Variationen.
Vergrößern Zu Beginn stehen 12 Multiplayer-Karten zur Verfügung. Dank Variationen wie unterschiedliches Wetter oder eine andere Vegetation ergeben sich satte 60 Variationen.
© Ubisoft

12 verschiedene Helden in For Honor

In For Honor hat der Gamer die Wahl aus 12 Helden, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden sollen. Und damit meinen wir nicht nur das Aussehen, sondern auch die Spielweise. Hier besinnt sich das Studio auf die klassischen Heldenklassen wie massige, aber dafür etwas langsamere „Tanks“ bis hin zu schnellen, aber leicht gerüsteten Charakteren. Die Heldenanzahl teilt sich gleichmäßig auf drei sich bekriegende Fraktionen auf: Ritter, Wikinger und Samurai. Historisch mag das nun etwas seltsam klingen, aber davon sehen wir erst einmal ab.

Hier zu sehen: Die Heldenklassen der Ritter.
Vergrößern Hier zu sehen: Die Heldenklassen der Ritter.
© Ubisoft

Plattformübergreifender Fraktionskrieg

Die drei Fraktionen kämpfen im Multiplayer um Territorien in einem persistenten, plattformübergreifenden Krieg. Je nachdem, welches Lager die meisten Siege in Multiplayer-Gefechten einfährt, erhält es mehr Land und das Spiel belohnt die Fraktion unter anderem mit kosmetischen Ausrüstungsgegenständen. Das bringt insgesamt noch einmal mehr Schwung ins Spiel und führt auch dazu, dass sich die Gamer tatsächlich einer Fraktion zugehörig fühlen. Und das wiederum stärkt die Atmosphäre. Auch die Tatsache, dass die Gefechte sowohl vom PC als auch den Spielekonsolen zählen, gibt dem Fraktionskrieg eine gewisse Dynamik.

Verschiedene Mehrspielermodi

Im Mehrspieler gibt es fünf unterschiedliche Spielmodi. In „Herrschaft“ spielen vier gegen vier Spieler. Hierbei gilt es, das gegnerische Team zu besiegen, indem möglichst viele Punkte gesammelt werden. Punkte erhalten die Spieler für das Eliminieren der gegnerischen Helden und das Halten von bestimmten Gebieten. Sobald ein Team 1000 Punkte gesammelt hat, können die Gegenspieler nicht mehr spawnen, solange sie kein Gebiet erobern oder andere Helden ins Jenseits befördern. Ein Team gewinnt, sobald der letzte Held des Gegners das Zeitliche segnet.

In For Honor wird es insgesamt fünf Multiplayer-Modi geben.
Vergrößern In For Honor wird es insgesamt fünf Multiplayer-Modi geben.
© Ubisoft

Der Spielmodus „Duell“ erklärt sich fast schon von selbst. Sie treten gegen einen Kontrahenten an und versuchen, ihn in drei Runden zu besiegen. Um das Ganze noch etwas schwieriger zu gestalten, ist das Radar deaktiviert. Letzteres hilft einem normalerweise bei der Ortung von Gegnerpositionen. In „Handgemenge“ kämpfen zwei gegen zwei Spieler über drei Runden. Natürlich gibt es keine Respawns und die Schlachtfelder sind mit gefährlichen Fallen gespickt. „Vernichtung“ nutzt das Spielprinzip von „Handgemenge“, hebt dafür aber die Spielerzahl auf vier gegen vier. Im letzten Spielmodus „Scharmützel“ haut sich einfach jeder gegen jeden den Schädel ein. Der Held mit den meisten Punkten gewinnt das Match.

Im Multiplayer-Modus "Handgemenge" kämpfen zwei gegen zwei Spieler über drei Runden.
Vergrößern Im Multiplayer-Modus "Handgemenge" kämpfen zwei gegen zwei Spieler über drei Runden.
© Ubisoft

Eingängiges Kampfsystem: The Art of Battle

Das Kampfsystem von For Honor hört auf den Namen „The Art of Battle“, das maßgeblich vom deutschen Langschwertkampf inspiriert wurde. Im Spiel selbst hat der Gamer die Möglichkeit, seine Waffe in drei Richtungen zu führen - oben, links unten und rechts unten, die Anzeige erfolgt im Kampfmodus über einen weißen Indikator. In diese Richtungen schwingt das virtuelle Alter Ego nicht nur seine Waffe, sondern blockt auch entsprechend. Denn auch der Gegner verfügt über einen sichtbaren Indikator und informiert uns darüber, aus welcher Richtung der nächste Schlag kommen wird. Blocken auch wir in die jeweilige Richtung, dann verpufft der Schlag an unserer Verteidigung. Auf Knopfdruck lässt sich aber auch eine Blockade durchbrechen, um Dauerblockern den Garaus zu machen. Stecken wir allerdings mehrere Schläge ein, füllt sich unsere sogenannte „Rage“-Anzeige. Sobald diese voll ist, teilen wir für kurze Zeit mehr Schaden aus.

Das Kampfsystem "The Art of Battle" ist zugänglich, lässt aber auch fordernde Kämpfe zu.
Vergrößern Das Kampfsystem "The Art of Battle" ist zugänglich, lässt aber auch fordernde Kämpfe zu.
© Ubisoft

Alternativ können auch schnelle Ausweichschritte oder auch Rollen vollführt werden, um den Hieben zu entgehen. Wir fanden das Kampfsystem somit sehr zugänglich und konnten bereits nach kurzer Zeit recht gut Duelle ausfechten. Auf der anderen Seite sind die Kämpfe aber dennoch fordernd, ohne dabei schnell nerv tötend schwierig zu sein. Wir testeten das Spiel im Übrigen mit einem Gamepad am PC - das empfiehlt auch Ubisoft und ergibt durchaus Sinn, da sich mit den Analogsticks schnellere Richtungswechsel realisieren lassen.

Realistische Charakteranimationen

Um möglichst realistische Charakteranimationen auf den Bildschirm zu zaubern, setzten die Entwickler natürlich auch auf umfassendes Motion-Capturing und das Know-How von ausgewiesenen Experten der Kampf- und Schwertkunst. Aus diesen Gründen wirkt das Kämpfen in For Honor überaus flüssig und durchaus ansehnlich. Auch die grafische Aufbereitung der Charaktere und der Schauplätze ist durchweg gelungen und trägt überaus positiv zum Gesamteindruck bei.

Gib Dauerblockern keine Chance! Ein spezieller Hieb durchbricht die Verteidigung des Gegners.
Vergrößern Gib Dauerblockern keine Chance! Ein spezieller Hieb durchbricht die Verteidigung des Gegners.
© Ubisoft

Kampagne angespielt

Wir hatten die Gelegenheit, zwei Einzelspielermissionen auszuprobieren. Bei der ersten handelte es sich gleichzeitig auch um das Tutorial, das uns mit der Steuerung des Spiels vertraut machen soll. Dort steuern wir den Ritter, den das Spiel einfach nur „Warden“ (Wächter) nennt. Er muss die Burg seines Lords vor der anrückenden Iron Legion verteidigen, da er des Verrats bezichtigt wird. Die Kämpfe auf den Burgmauern und im Innenhof machen schon nach wenigen Sekunden Spaß und sind gut inszeniert, was Lust auf mehr macht. Auch die Original-Synchronisation der Charaktere ist gelungen.

Auch Einzelspieler sollen in der Kampagne auf ihre Kosten kommen.
Vergrößern Auch Einzelspieler sollen in der Kampagne auf ihre Kosten kommen.
© Ubisoft

In der zweiten Mission landen wir als Wikinger an der Küste, um eine Festung der Samurai zu erobern. Auch hier gelingt es Ubisoft, eine dichte sowie glaubwürdige Atmosphäre zu schaffen: Unter Kriegsgebrüll erstürmen wir den Sand, während um uns herum krachende Katapultladungen niedergehen. Als nächstes erklimmen wir die Mauern der Burg und müssen dabei Steinen ausweichen, die die Verteidiger auf uns herabregnen lassen. Im Anschluss kämpfen wir uns durch bis zum Herrn der Festung. Der verlangt uns eine Menge ab, weil er flott die Schlagrichtungen wechselt, mehrere Schläge hintereinander austeilt und gut blockt. Tatsächlich brauchen wir ein paar Anläufe, bis wir den mächtigen Samurai bezwingen können. Nach dem fordernden Kampf sind wir tatsächlich etwas stolz - und das ist gut so.

Fordernder, aber spaßiger Multiplayer

Auch im Multiplayer sind die Kämpfe eine kleine Herausforderung, denn wir schlagen unsere Schlachten gegen Menschen. Das macht durchweg Spaß, kann bei versierten Gegnern allerdings auch schnell in Frust umschlagen. Der Mehrspielercharakter lässt sich auch noch individuell anpassen und verzieren, um ihn zu „seinem“ Charakter zu machen. Im Übrigen ist es auch möglich, als weiblicher Charakter zu spielen. Allerdings nicht jeden Helden, da es laut Ubisoft nicht sehr glaubwürdig wäre, wenn ein weiblicher Tank mit schweren Waffen durch die Arena stapft.

Unser erster Eindruck von For Honor

For Honor macht Spaß. Das liegt vor allem am zugänglichen Kampfsystem, der guten Inszenierung und der stimmigen Grafik. Wir freuen uns bereits auf eine gute Kampagne und fordernde Multiplayer-Kämpfe. Wir haben allerdings auch etwas Bedenken: Die Duelle machen anfangs Spaß und steigern sich nach Level-Fortschritt auch. Doch das könnte auch nach einer gewissen Zeit etwas eintönig werden. Gut, dass Ubisoft bereits weitere, kostenloses DLCs angekündigt hat. Wir sind auf jeden Fall gespannt auf das Spiel und raten auch Ihnen, einen Blick zu riskieren.

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